Zoom 201 advanced

In diesem Artikel geht es um einige Funktionalitäten, die niemand zwingend braucht, die für “bessere” Meetings allerdings hilfreich sind. Für einige davon benötigst also die Host-Rechte.

Falls Du erstmal die absoluten Basics von zoom kennenlernen willst, lies bitte diesen Artikel.

Breakout Rooms / Breakout Sessions

Breakout Rooms hat inzwischen vermutlich fast jede*r kennengelernt, der / die regelmäßig mit zoom arbeitet. Es sind kleine Räume “innerhalb” von zoom, die Kleingruppenarbeit ermöglichen. Es lohnt sich, größere Gruppen immer mal wieder aufzuteilen, da dadurch mehr Beteiligung möglich ist und Menschen weniger schnell ermüden.

Als Host habe ich inzwischen drei Möglichkeiten diese Räume zu befüllen:

  1. Automatisch zuweisen: ich lege die Anzahl der Räume fest und lasse anschließend zoom (das technische System) eine Entscheidung über die Zuteilung zu den Räumen treffen. Diese wird mir als Host angezeigt und ich habe die Möglichkeit, letzte Änderungen vorzunehmen. Das ist beispielsweise hilfreich, wenn die allgemeine Zufallsauswahl passt, ich jedoch einzelne Personen explizit umsortieren möchte.
  2. Manuell zuweisen: ich lege fest, wer in welchen Breakout Room eingeladen wird. Dies kann sinnvoll sein, wenn ich alle Teilnehmer*innen ihren Teamrollen und Aufgaben entsprechend clustern möchte.
  3. Teilnehmern die Auswahl eines Raums gestatten: diese Funktion ermöglicht es den Teilnehmenden sich ihren Raum und ihre Mitdiskutant*innen selbst auszuwählen und kommt daher der “freien Gruppenbildung”, wie wir sie aus Präsenzseminaren kennen, am nächsten. Da dies mitunter etwas länger dauert und in der Regel (bewusst oder unbewusst) präferenzbasiert ist, empfehle ich es eher für Pausengespräche und weniger für entwicklungsorientiertes Arbeiten.

Hand heben / Wortmeldungen

Inzwischen ein Klassiker, dessen Nutzung ich hier erwähnen möchte.

Während es in Präsenzveranstaltungen nützlich und anregend sein kann, durcheinander zu reden (z. B. in Brainstorming-Sessions), ist dies online — gerade in größeren Gruppen — schon aufgrund der Technik schwierig. Oft übersteuern dann die digitalen Tonsignale und wir verstehen einander nicht mehr so gut, wie wir es analog täten.

Persönlich finde ich es zwar schöner, wenn alle Teilnehmenden ihre Mikrofone eingeschaltet lassen um auch die leisen, quasi ungerichteten Beiträge zu Gesprächen zu hören (zustimmende oder zweifelnde Laute, denen wir uns kaum bewusst sind), doch ist dies in größeren Gruppen mitunter schwierig oder aufgrund von Nebengeräuschen nicht möglich.

Daher schalten viele (mitunter alle, wie in Webinaren) ihre Mikrofone aus.

Wie kann ich — stummgeschaltet — auf mich aufmerksam machen?
In Präsenz erreichen wir das oft über Blickkontakt und Körpersprache, zwei Dinge, die sich nicht gut in eine Videokonferenz übersetzen lassen, da ich zu jedem und keinem Blickkontakt halte und mein Körper nur vom Scheitel bis zur Schulter reicht.

In kleineren Gruppen kann ich dies noch “untechnisch” lösen und darum bitten, einen Mitteilungswunsch per Handzeichen zu signalisieren. Das kann mitunter ermüdend sein (wenn Paul lange spricht, bekommt Petra bald einen tauben Arm) und in größeren Gruppen verliere ich auch schnell die Übersicht über die Reihenfolge der Meldungen.

Daher gibt es in zoom die technische Funktionalität Handheben.
Diese versteckt sich unter dem Punkt Teilnehmer in der unteren Leiste. Öffne ich die Teilnehmerliste, sehe ich unten das blaue Hand-Symbol. So kann ich mich melden.
Wenn ich darauf geklickt habe, erscheint links oben in meiner Kachel einen kleine Hand sowie neben meinem Namen in der Teilnehmerliste (sichtbar für alle).

Zusätzlich sehe ich die Meldung anderer, da neben ihrem Namen ebenfalls eine blaue Hand angezeigt wird.
Wenn mehrere Personen sich gemeldet haben, werden diese Teilnehmer*innen sogar entsprechend in der Liste sortiert, das funktioniert bisher in meiner Version (Ubuntu) noch nicht verlässlich.

Nach der Wortmeldung ist es nun hilfreich die Hand wieder runterzunehmen. Sofern das die Teilnehmerin nicht selbst tut, kann ich als Host “nachhelfen” und im Teilnehmer-Fenster auf Hand senken klicken.

Teilnehmer*innen ohne Bild ausblenden (Fishbowl)

Ein Feature, das ich erst kürzlich entdeckt habe: Teilnehmer*innen ohne Video kann ich ausblenden. Dies möchte ich nicht dauerhaft tun, da ich grundsätzlich wissen möchte, wer in meinem Meeting ist (ob mit oder ohne Video), doch für bestimmte Momente innerhalb eines Meetings kann es hilfreich sein.

Wenn Du z.B. eine Fishbowl anleitest (oder eine ähnliche Methode, in der einige Teilnehmer*innen im Fokus stehen sollen und andere nicht), können die “passiven” Teilnehmer*innen eingeladen werden, ihr Video auszuschalten und jede*r kann für sich diese Teilnehmer*innen dann ausblenden. Das bedeutet, dass alle Kacheln von Personen ohne Video aus der Galerieansicht verschwinden und nur noch diejenigen sichtbar (und entsprechend größer) sind, die ihr Video eingeschaltet haben.
Dies muss allerdings jede*r Teilnehmer*in selbst machen, es ist keine Funktion, die der Host für alle erledigen kann.

Es gibt auch die Möglichkeit, mit der rechten Maustaste auf ein Teilnehmer-Bild ohne Video zu klicken und dort auszuwählen Teilnehmer ohne Video ausblenden. Über denselben Weg können zu einem späteren Zeitpunkt die Videos auch wieder sichtbar gemacht werden.
Auch dies muss jede*r Teilnehmer*in für sich machen.

Sobald die Teilnehmer_innen ihr Video wieder einschalten, sind wie auch wieder für alle sichtbar. Dennoch, wie oben bereits erwähnt, würde ich dies auch immer wieder explizit ausschalten, da in manchen Meetings Teilnehmer_innen zwischendurch ihr Video ausschalten und dadurch der Eindruck entstehen könnte, sie seien nicht mehr anwesend.

Auf anderen Systemen (Mac OS, Windows, iOS und Android) sieht alles mitunter etwas anders aus, doch mit einigem Herumprobieren wird mensch auch dort fündig.

Viel Spaß bei der Gestaltung Eurer Meetings 🙂

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